Wilhelm Ostwald

A propos du Langage Mondial


Wilhelm Ostwald


Professor Wilhelm Ostwald, Nobelpreis(träger) für Chemie, war der Präsident der Delegation zur Annahme der internationalen Hilssprache, die sich 1907 in Paris versammelt hatte mit der Aufgabe zu entscheiden, welche Plansprache im internationalen Verkehr eingesetzt werden müßte. Die Delegation empfahl die Revision des Esperanto, die zur Entwicklung des Ido führte. Nach der Auflösung der Delegation wurde Ostwald Idist. Der folgende Artikel wurde für die Zeitschrift Progreso, Band VIII, Nr. 81 (1), Januar 1931, geschrieben, als Ostwald emeritierter Professor an der Universität Leipzig (Deutschland) und Ehrenpräsident der Ido-Akademie war.?

La Mondlinguo - Un Necesajo

Da Prof. Dr. Wilhelm OSTWALD
Nobel-premio, membro di multa Akademii, emerita profesoro dil Universitato en Leipzig, e c., e c., honor-prezidanto dil Ido-Akademio.

En nia tempo la komuniko-moyeni, precipue pro la konquesto dil aero, facis plu granda progreso, kam en irga antea tempo. La homaro, qua konsistis til nun ek granda nombro de diversa populi ne-dependante vivanta, unionesas per to ad integra organismo, di qua la parti interdependas, e qua povas sanesar nur, se la parti suafoye havas maxim favoroza vivo-kondicioni. Se lu antee similesis a koralio-konstrukturo, di qua la junteso su restriktas a komuna staceyo, nun lu proximeskas a la naturo di homa ento, en qua la diversa celuli es parformacita por la maxim bona exekuto di komplexa funcioni, qui kunlaboras por la prospero.


Che la superiora vivanti du principi agas, qui nur kune posibligas l'existo: la divido dil funcioni e la junto dil funcioni. L'unesma konsistas ek to, ke omna specala laboro dil ento asumesas da organo specale apta por ta skopo. To es posibla, per ke, favore dil specala laboro, ol renuncas pri altra labori, mem pri le necesa por la vivo, por sakrifikar su tote a sua tasko. Per to l'existo dil organo divenas dependanta del organo, pro ke lu ne povas altramaniere prokurar la vivo-necesa laboro asumita dal organo.

Por ke tala komplikita relato di funcion-divido povas existar, samtempe junto dil funcioni mustas existar, qua sekurigas la harmonioza koopero di singla organo. Ja en la laxa celul-uniono dil planto, protoplasma fili existas, per qui l'eventi di una celulo efikas a la vicina celuli. Superiora vivanti developas la nervo-sistemo, qua juntas la diversa organi e koherigas li a komun agado. Por to balde central organo formacesas, simile a telefon-centralo, en qua multa junti facesas, qui es necesa por la kunlaboro dil organismo.

La sociala nervo-sistemo, qua posibligas e sekurigas la kunlaboro di populo, es la linguo. Ol es la moyeno, per qua singla populano povas komunikar kun singla altra, e nur per ol la komuna laboro es posibla. Til cirkume la fino dil antea yarcento la neceseso di komuniki interne di una populo tante preponderis super ti inter la diversa populi, ke la nacionala lingui suficis. Cadie to absolute neplus valoras. La depreso ekonomial, qua sizis prezente omna landi samtempe, pruvas ke l'uniono dil tota homaro sur l'ekonomial domeno es ja pragmato. La ligo dil nacioni e l'esforci por krear pan-Europal organizuro, montras, ke anke la politiko komencas sentar sama pragmato. Or, se on observas la detali di ta esforci, on remarkas, quante li es frenagata dal diverseso dil Europana lingui.


L'Unionita Stati di Nord-Amerika debas lia rapida e granda prospero a plura favoroza cirkonstanci, qui hike ne enumeresez. Ma lo maxim favoroza inter omni esis l'uneso dil linguo, per qua l'Amerikano havas ne nur un lando, ma un tota kontinento kom patrio. Kontraste, Europa sufras pro konfuziganta multeso di lingui, qui extreme desfaciligas l'uniono. Apude la stranja fakto remarkigas su, ke la mikra populi, qui nultempe povas kalkular pri tradukar a sua linguo l'enorma quanto dil savo depozita en imprimuri, qui, pro to, es koaktita lernar una o kelka lingui stanjera, se li volas ulmaniere partoprenar la kulturo dil homaro, ta mikra populi kombatas maxim pasionoze por la konservo di sua lingui, qua es ya nur obstaklo di lia intelektal ed ekonomial progreso.



Omna ta desfacilaji povas eliminesar per l'introdukto di neutra linguo, adaptita al pensado dil prezento, do artificale parlaborita. Pan-Europa es ne-realigebla sen tala auxiliara linguo, pro nura teknikal motivi; ma sen Pan-Europa ni es kondamnita ad ekonomial e kultural regreso. Pro to nia epoko devas solvar la grandioza tasko: krear la nervo-sistemo por l'integra organismo dil homaro, qua komencas formacesar.

Die Weltsprache - eine Notwendigkeit

Von Prof. Wilhelm Ostwald
Nobelpreisträger, Mitglied vieler Akademien, emiritier-
ter Professor der Universität Leipzig, ect. ect. Ehren-
Präsident der Ido-Akademie.

In unserer Zeit machen die Kommunikationsmittel, besonders durch die Eroberung des Luftraumes, größere Fortschritte als jemals zuvor. Die Menschheit, die bisher aus einer großen Zahl von einander unabhängig leben-der Völker bestand, vereinigt sich dadurch zu einem einheitlichen Organismus, dessen Teile von einander abhängig sind, und der nur gesund sein kann, wenn die Teile ihrerseits günstigste Lebensbedingungen haben. Wenn er früher einer Korallenformation ähnelte, deren Verbindung sich auf einen gemeinsamen Standort beschränkte, nähert er sich nun der Natur eines menschlichen Wesens an, in der die verschiedenen Zellen dazu ausgebildet sind, komplexe Funktionen bestmöglich auszuführen, die für die Entwicklung zusammenarbeiten.

Bei übergeordneten Lebewesen wirken zwei Prinzipien, die nur gemeinsam das Überleben ermöglichen: die Aufteilung der Funktionen und die Verbindung der Funktionen. Das erste besteht daraus, dass jede spezielle Aufgabe des Wesens von dem dafür geeigneten Organ ausgeführt wird. Das ist dadurch möglich, dass es von allen andem Aufgaben befreit ist, selbst den lebenswichtigen, um sich ganz seiner Spezialaufgabe zu widmen. Dadurch wird die Existenz des Lebewesens abhängig von dem Organ, weil es sich nicht auf andere Weise die lebensnotwendige Arbeit verschaffen kann, die das Organ übernimmt.

Damit eine so komplizierte Beziehung der Funktionsverteilung existieren kann, muss gleichzeitig eine Verbindung der Funktionen da sein, die die harmonische Zusammenarbeit der einzelnen Organe sicherstellt. Schon in der lockeren Zellverbindung der Pflanzen gibt es Protoplasmafäden, durch die Geschehnisse in einer Zelle die andem
benachbarten beeinflussen. Höhere Lebewesen entwickeln ein Nervensystem, das die einzelnen Organe verbindet und sie zu gemeinsamer Handlung bringt. Dazu bildet sich bald ein Zentralorgan, ähnlich einer Telefonzentrale, in der viele Verbindungen hergestellt werden, die für die Zusammenarbeit im Organismus notwendig sind.

Das soziale Nervensystem, das die Zusammenarbeit der Völker ermöglicht und sicherstellt, ist die Sprache. Sie ist das Mittel, mit dem der einzelne Volksangehörige mit anderen Einzelnen kommunizieren kann, un nur dadurch ist eine Zusammenarbeit möglich. Bis ungefähr zum Ende des vorigen Jahrhunderts hatte die Notwendigkeit der Verständigung innerhalb eines Volkes den Vorrang vor der Verständigung mit andem Völkern, so dass die Nationalsprachen genügten. Das ist heute nicht mehr gültig. Die wirtschaftliche Depression, die augenblicklich alle Länder gleichzeitig ergriffen hat, beweist, dass die Vereinigung der Menschheit auf wirtschaftlichem Gebiet schon eine Tatsache ist. Der Zusammenschluss der Nationen und die Bemühungen, eine gesamteuropäische Organisation zu schaffen, zeigt, dass auch die Politik diese Tatsache akzeptiert. Oder, wenn man die Einzelheiten dieser Bemühungen betrachtet, bemerkt man, wie stark sie von der Verschiedenheit der europäischen
Sprachen gebremst werden.

Die Vereinigten Staaten von Amerika verdanken ihren Schnellen und starken Erfolg verschiedenen günstigen Umständen, die hier nicht aufgezählt werden sollen. Aber der wichtigste ist die Einheit der Sprache, durch die die Amerikaner nicht nur ein Land, sondern einen
ganzen Kontinent als Heimat haben. Im Gegensatz dazu leidet Europa unter einer verwirrenden Anzahl von Sprachen, die eine Vereinigung extrem erschweren. Übrigens ist die seltsame Tatsache bemerkenswert, dass die kleinen Völker, die niemals darauf rechnen können, dass all das Wissen, das gedruckt vorliegt, in ihre Sprache übersetzt werden wird, und die daher gezwungen sind, eine oder mehrere Fremdsprachen zu lernen, wenn sie auf irgendeine Weise an der Kultur der Menschheit teilhaben wollen, diese kleinen Völker kämpfen leidenschaftlich für den Erhalt ihrer Sprache, die ja nur ein Hindernis ihres intellektuellen und wirtschaftlichen Fortschritts ist.

Alle diese Schwierigkeiten können ausgeschaltet werden durch die Einführung einer neutralen Sprache, dem heutigen Denken angepasst, also künstlich bearbeitet. Pan-Europa ist nicht möglich ohne eine derartige Hilfssprache, einfach aus technischen Gründen; aber ohne Pan-Europa sind wir zu wirtschaftlichem und kulturellen Rückschritt verdammt. Daher muss unsere Epoche die groáartige Aufgabe lösen,
das Nervensystem für den Gesamtorganismus der Menschheit zu schaffen, der sich zu bilden beginnt.